Vietnam – Yok Đôn – Der Dschungel ruft

Die erste Location die ich mir angeschaut habe ist der Yok Đôn Nationalpark. Um diese Jahreszeit sind im Park meist nur wenige Touristen unterwegs, oder wie in meinem Fall sogar gar keine. Der Park beherbergt mehr als 40 Arten von Säugetieren darunter den seltenen asiatischen Elefant, die Fischkatze und auch den Nebelparder außerdem mehr als 200 Vogelarten und atemberaubende 85 Schmetterlingsarten. Leider hat Yok Đôn massiv mit illegaler Rodung und auch mit Wilderei zu kämpfen. Die Ranger sind alle an der Waffe ausgebildet, führen diese aber nicht standardmäßig mit sich. Absolutes MUSS bei solchen Touren sind übrigens halbhohe Wanderschuhe und lange Kleidung, denn es gibt hier eine große Anzahl an verschiedenen Giftschlangen, recht giftige Ameisen und zudem gefühlt einhundert Trillionen Mosquitos, die unter anderem auch Malaria übertragen. Und letztere interessieren sich offenbar besonders für deutsches Blut…

Der Wald ist teilweise sehr dicht und mit den Augen schwer zu durchdringen. Die Tiere außerhalb der erlaubten Bereiche sind extrem scheu, denn sie bekommen kaum Menschen zu Gesicht. Das sind Bedingungen wie ich sie liebe, echte Herausforderungen eben.
Für eine erste Einschätzung der Gegebenheiten habe ich zwei der Ranger Stationen als Ausgangspunkte genutzt. Wie alle Menschen denen ich bisher im Land begegnet bin, sind die Ranger sehr freundlich und lustig auch wenn es noch keine gemeinsame Sprache gibt, denn sie sprechen kein Englisch und ich noch kein Vietnamesisch. Das Leben hier ist sehr einfach aber auch grandios wenn man die Natur betrachtet. Damit es den Rangern in Ihrer freien Zeit nicht langweilig wird, sind alle Stationen mit Solarstrom und z.B. Satellitenfernsehen ausgerüstet, riesige Wassertanks fangen das Regenwasser auf.

Gegessen wird hier was der Dschungel hergibt. Fisch, Pflanzen, Früchte und auch Fleisch allerdings keine wilden Tiere kommen auf den Teller. Eine Suppe aus Dschungelpflanzen hat man nicht alle Tage und wenn diese dann auch noch köstlich schmeckt ist der Tag gerettet

Normalerweise ist das betreten des Waldes ohne Guide nicht erlaubt und das ist für mich ein großer Nachteil, denn so kann ich nicht planen wie ich es gewohnt bin. Aber ich hoffe auf eine Ausnahmegenehmigung bei meinem nächsten Besuch.

Die Bedingungen haben sich als extrem schwierig erwiesen, aber ich glaube das die Chancen für Fotos der seltenen Katzen in der Trockenzeit, wenn nur sehr wenige natürliche Wasserstellen vorhanden sind, sehr gut sein könnten. Daher werde ich noch einmal für einen längeren Aufenthalt zurückkehren.

 

Im nächsten Artikel erzähle ich etwas über meinen Kurzbesuch auf einer Kaffeeplantage in der Region Buon Ma Thuot.