Canon CPS streicht Support für einige Superteleobjektive

Kaum zu glauben ! Canon CPS hat einige Superteleobjektive wie z.B. das von mir genutzte EF500 4.0 L IS MKI ( also gar nicht so alt ! ) aus dem CPS Programm gestrichen. Da besteht offenbar die Hoffnung auf steigende Verkaufszahlen der neuen MK II Version.

Ich werde die Linse vermutlich gegen das angekündigte EF600 4.0 DO oder das EF400 4.0 DO austauschen. Die DO Linsen bieten durch ihr geringes Gewicht und die geringe Größe einen gewaltigen Vorteil für alle die oft mit dem Flugzeug auf Reisen sind.

Die Canon EOS 1DX MKII und was mir daran nicht gefällt

Gerade wenn man Naturfotografie betreibt und somit meist sehr schnell auf Ereignisse reagieren muss, kämpft man oft mit schlecht durchdachter Firmware der eigenen Kamera. Seit Jahren nutze ich die Spitzenmodelle aus der 1D Familie der Firma Canon, weil sie mich in Punkto Robustheit und Zuverlässigkeit einfach überzeugt haben und wie jeder Fotograf erwarte ich bei den extrem hohen Preisen für den Body ein perfektes Werkzeug. Auf meiner letzten Tour in den Himalaja hatte ich diesbezüglich so manchen Aufreger und ich möchte nicht versäumen diese hier zu erzählen. Vielleicht hilft es ja dem ein oder anderen bei seiner Kaufentscheidung. Eigentlich ist die EOS 1DX MKII das perfekte Werkzeug für diese raue und extreme Umgebung und sie hat mich auch noch nie im Stich gelassen. Aber würde ich die Flüche, die ich auf über 4000 Metern im Nirgendwo bei -20° von mir gegeben habe weil mir elementarste Funktionen fehlten hier niederschreiben, würde ich vermutlich auf irgendeinem Index landen.

Hier nun die Hitliste meiner “Aufreger”

  • Das Laden einer auf der Speicherkarte abgespeicherten Konfiguration dauert mehrere Sekunden !
    Canon baut eine Highspeed Kamera die 14 Bilder pro Sekunde und 4K Videos mit 50FPs erstellen kann und dann muss ich wertvolle elend lange Sekunden warten, in denen mir z.B. mein Motiv weg läuft oder fliegt, um ein mühsam erstelltes Setup zu laden ? Als jemand der seit vielen Jahren beruflich und privat aktiv Hard- und Softwareentwicklung betreibt, fehlen mir da einigermaßen die Worte. Das ist nicht euer Ernst liebe Firma Canon – oder ? Das kann man in Sekundenbruchteilen erledigen, es sei denn die Hard- und Software wurde schlecht designed… Natürlich kann man alle Einstellungen manuell vornehmen, aber bei den immer komplexer werdenden Konfigurationsmöglichkeiten und Menü tiefen beansprucht dies weit aus mehr Zeit als man eigentlich “on Location” hat. Derartige Funktionen sind also mehr als nur Spielerei, allerdings nur wenn sie auch gut gemacht sind und dies ist hier eindeutig nicht der Fall. Die wenigen Custom-Setups speichern übrigens unverständlicherweise auch NICHT die kompletten Einstellungen der Kamera.
  • Kein kopieren der Setups zwischen den Speicherkarten möglich
    Nun soll es ja vorkommen, dass man eine Speicherkarte tatsächlich komplett mit Fotos und Filmen füllt und diese entsprechend austauschen muss. Das man damit auch die gespeicherten Setup Dateien die ja auf der Karte gespeichert sind mit entnimmt dürfte klar sein. Nun hat man eine neue Speicherkarte aber eben ohne seine Setups, aber Halt ! man hat ja seine Setups noch auf der zweiten Karte der CFast gespeichert. Man könnte ja denken, dass man einfach das Setup von der CFast Karte laden und es auf der neuen CF-Karte speichern könnte. Das ist auch möglich, dummerweise wird aber auch die ausgewählte “Hautpspeicherkarte” für Foto und Film mit gespeichert. Wenn man sein Setup auf der CFast Karte speichern möchte und nach dem laden dieses Setups auch die CFast Karte als Hauptkarte ausgewählt sein soll, weil es sich z.B. um eine Setup für das Filmen in 4K/50FPs handelt (und das geht eben nur mit der CFast Karte !), muss man dies so konfigurieren. Es ist also NICHT möglich auf der Compactflash Karte ein Setup zu speichern welches als Hauptspeicherkarte die CFast Karte ausgewählt hat, die Konfiguration wird immer auf die Karte gespeichert die als Hauptkarte ausgewählt ist ! Damit zerstört die Firma Canon ein schnelles umschalten zwischen Film und Foto ! Ich nutze z.B. die Compactflash-Karte ausschließlich zum fotografieren und die CFast Karte ausschließlich zum filmen, ein umschalten zwischen beiden Modi per gespeichertem Setup ist nicht möglich (es sei denn man kopiert diese umständlich erst auf einen PC), man muss nach dem laden der Konfig. von der Compactflash-Karte nochmal manuell zeitraubend eingreifen und CFast als Speicherort für das Filmen konfigurieren, sonst wird es ein sehr kurzer Film…
  • Movie Konfiguration nur sichtbar wenn die Kamera auch im Movie Mode ist
    Ein weiteres mir komplett unverständliches Ärgernis ! Will man Konfigurationen für das Filmen mit der Kamera vornehmen, so muss man die Kamera in den stromfressenden Moviemode bringen. D.h. der Spiegel wird hochgeklappt, der Sensor permanent ausgelesen und auf dem LCD Screen angezeigt, ein vollkommen überflüssiger Unsinn, der nichts, so rein gar nichts bringt, außer das er den Akku enleert und das ist vor allem an kalten Orten sehr sehr ärgerlich !
  • Nicht möglich eine Speicherkarte für das Fotografieren und die zweite für das Filmen vorab zu konfigurieren.
    Ja warum ist das eigentlich nicht möglich ? Eine für mich elementare Funktion die man einfach weggelassen hat. Da wird der Canon Vertreter nun konstatieren, dass die Kamera in erster Linie ein Foto und keine Filmkamera ist. Dann liebe Firma Canon hört doch auf genau dieses Feature besonders herauszustellen. Man bewirbt ein Kamera mit großartigen Foto UND Film Features und verkrüppelt dann einen Teil derart, dass er kaum sinnvoll nutzbar ist. Und mal im Ernst liebe Firma Canon – eure Chefetage glaubt doch nicht im ernst, das ein Fotograf der auch filmt sich für viele tausend Euro eine EOS 1DX MKII kauft um dann festzustellen “oh, filmen in 4K geht ja, ist aber extrem unpraktisch. Gut, dann kaufe ich mir doch noch für weitere tausende Euros eine EOS Cxxx Camera…” ? Ich sag Euch was der macht, der kauft einfach eine Kamera von einem Eurer Mitbewerber, die beides gleich gut kann.
  • Kein automatisches laden eines Movie Setups beim umschalten in den Movie Mode
    Wo wir gerade beim filmen sind – warum um alles in der Welt wurde diese simple aber extrem hilfreiche Funktion nicht implementiert ? Ich lege den Schalter auf Movie um, und die Kamera lädt automatisch ein voreingestelltes Setup für das Filmen. Es wäre so einfach den Nutzern der Kamera das Leben ein wenig einfacher zu gestalten…
  • Kein 4K Raw out
    Schon oft bemängelt und eigentlich auch ein Witz, einen 4K Raw Ausgang haben mittlerweile Kameras für einen Bruchteil des EOS 1DX MK II Preises. Das Argument andere Produktlinien schützen zu wollen funktioniert wie oben bereits genannt wohl kaum. Die Kosten für Speicher sind gerade beim Filmen nicht unerheblich, eine 512GB CFast Karte kostet derzeit etwa 800! € eine 512GB SSD Festplatte hingegen gerade mal 320€.

    Das Speicherproblem könnte man übrigens einfach lösen: Warum liebe Firma Canon baut Ihr nicht einfach anstelle der Kartenschächte für zwei Speicherkarten einen Steckplatz für eine mSATA Festplatte ein ? Einen kleinen Schritt in diese Richtung seid Ihr ja schon gegangen, das CFast Interface würde ja eine einfache Integration erlauben. Für 95% aller Fotografen würde dies bedeuten NIE MEHR mit verschiedenen Speicherkarten rumhantieren, denn die wenigsten verbrauchen 512GB Speicher oder mehr an einem Tag (na gut. außer den highspeed Posern die hunderte von Fotos in der Minute “rausrotzen” um dann hinterher zu schauen ob ein gutes dabei ist… ;-).
  • Nicht möglich die per Schalter an den Supertele-Objektiven möglichen Einstellungen an der Kamera einzustellen
    Ja, ich frage mich schon seit Jahren wer eigentlich im Feld an den Schaltern der Superteles rumfummelt ? Das ist nicht nur unpraktisch sondern verjagt u.U. auch das lebendige Motiv. Also falls da draußen jemand ist bitte melden ! 😉 Die Schalter sind für mich ein Relikt aus den 70ern und längst komplett überflüssig. Alle dort möglichen Einstellungen könnte man ohne Problem auch am Body per Menüeinstellung vornehmen. Positiver Nebeneffekt: Nichts ist in der Entwicklung so teuer und anfällig wie Mechanik, hier ließen sich gewaltige Kosten einsparen…
  • Joystick weckt die Kamera nicht mehr auf
    An früheren Modellen praktischerweise möglich, an der 1DX MK II nun einfach weggelassen, der Joystick weckt die Kamera nicht mehr auf  ! Und irgendwie kann man auch die Autofokuspunkte nicht mehr dort auswählen (letzteres kann ich nicht glauben, da muss ich mich nochmal mit dem Handbuch auseinandersetzen ) – WARUM ???
  • Touchscreen nur eingeschränkt nutzbar
    Ein Touchscreen ist u.U. etwas sehr praktisches und vor allem etwas lautloses, dummerweise sind die wenigsten Funktionen der Kamera per Touchscreen einstellbar. Diese Funktion wurde so beschnitten, dass man sie auch gleich hätte weglassen können.

Die Rückkehr zum König des Himalaja

Nun ist es endlich soweit, nach mehrmonatiger Planung werde ich für viele Monate in den Himalaja zurückkehren, um erneut zu versuchen die seltenen und scheuen Schneeleoparden zu finden. Ich habe verschiedene Routen in Höhenlagen zwischen 4300m und 5500m vorgeplant und werde eine Fläche von etwa 1000 km² erkunden.

In den letzten Monaten habe ich große Teile der Ausrüstung, die ich auf der letzten Tour genutzt habe durch neue ersetzt, entweder weil sie die extremen Bedingungen nicht überlebt hat, sich als unzureichend herausgestellt hat oder einfach weil es in der Zwischenzeit bessere Materialen gibt. Ich habe ein leichteres Zelt und einen deutlich leistungsfähigeren Schlafsack mit hydrophoben Daunen angeschafft, denn feuchte und damit kaum isolierende Daunen im Schlafsack waren ein sehr großes Problem auf meiner letzten Tour. Ob die Behandlung der Daunen mit einem Wachs ein wirklicher Vorteil ist, werde ich erst in einigen Wochen wissen. Auch meine Kleidung werde ich verändern, denn hatte ich bei meiner letzten Tour noch auf synthetische Fasern gesetzt, werde ich diesmal weitgehend auf die Natur setzen und in der ersten und zweiten Lage Produkte aus Merinowolle einsetzen.

Kleidung und Campingausrüstung
Kleidung, Zelt und weitere Campingausrüstung

Zwei größere und wasserdichte Rucksäcke komplettieren die Ausrüstung. Der kleinere Rucksack wird zum einen die komplette Fotoausrüstung aufnehmen und als Handgepäck für die Flüge dienen und zum anderen vor Ort für die Erkundung der Locations genutzt, denn der Hauptrucksack wird immer im Zelt bleiben.

Neue Rucksäcke
Die beiden wasserdichten Rucksäcke

Die größte Schwierigkeit wird, wie auch schon bei der letzten Tour, die richtige Zusammenstellung der Nahrungsmittel sein. Ich habe versucht einen besseren Mix aus Kohlenhydraten, Fett, Eiweiß, Mineralstoffen und Vitaminen als ich ihn auf meiner letzten Tour hatte zusammenzustellen. Es wird aber wieder unmöglich sein meinen Körper voll zu versorgen, denn ich werde wieder allein und ohne Helfer unterwegs sein. Ich kann also nur das mitnehmen, was ich allein tragen kann und dies bedeutet dann das etwa 8 KG Nahrungsmittel für mehrere Monate ausreichen müssen.

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Die kompletten Nahrungsmittel für die Tour

Die Kameraausrüstung ist natürlich ein zentraler Punkt. Ich werde mit drei verschiedenen Kameras reisen, eine leistungsfähige professionelle DSLR dient als Hauptkamera für das Fotografieren und das Filmen. Eine spiegellose Kamera und eine Actioncam werde ich für alle making-of’s und zur Dokumentation der Tour einsetzen. Nachdem ich ein Stativ auf meiner letzten Tour schmerzlich vermisst habe, werde ich diesmal ein leichtes Carbon Reisestativ mit im Rucksack haben, denn es ist unglaublich anstrengend eine schwere Kamera mit einer fast 4kg schweren lichtstarken Linse für einen längeren Zeitraum in diesen Höhenlagen zu halten.

Die Kameraausrüstung
Teile der Kameraausrüstung

Während der Tour werde ich leider keine Updates hier posten können, denn ich werde keine permanente Kommunikationsmöglichkeit haben. Aber es lohnt sich im April 2017 wieder reinzuschauen ! 

Eine Audience beim König des Himalaja

Nach gut sechsmonatiger Vorbereitung habe ich für mehrere Monate den Himalaja bereist um Schneeleoparden zu fotografieren. Ich war bewusst alleine und ohne Helfer unterwegs, denn jedes zusätzliche Geräusch oder auch zusätzlicher Geruch, wird von den Katzen wahrgenommen und verschlechtert die Chancen auf eine Begegnung. Im Gegensatz zum Sommer ist die Landschaft im Winter sehr karg, aber nicht minder schön – kalt war es natürlich auch, aber das ist letztendlich nur eine Frage der richtigen Ausrüstung. Es ist immer wieder erstaunlich, unter welchen Bedingungen Tiere überleben können.

Der Himalaja
[@4300m -15°] Karg und doch atemberaubend schön – der Himalaja
Das Zelt habe ich immer so aufgestellt, dass mindestens eine Seite von einem großen Felsen o.ä. geschützt war und der Blick aus dem Zelt in eines der Seitentäler möglich war. So konnte ich dann bei Bedarf aus dem Zelt fotografieren. Dies ist vor allem am späten Abend und am frühen morgen sehr praktisch, denn dann durchstreifen die Katzen oft ihr Revier. Aus Gewichtsgründen habe ich auf ein Stativ verzichtet und teile der Ausrüstung genutzt um die schweren Linsen zu stabilisieren.

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Die Ausrüstung musste als Stativ herhalten

Jeden Tag extreme Anstrengungen und nur kleine Mahlzeiten haben meinen Körper ganz schön an seine Grenzen gebracht. Das ich meinen Kalorienbedarf nicht würde decken können, war von vorneherein klar, denn dazu hätte ich doppelt so viel und auch andere Lebensmittel mitnehmen müssen, was aus Gewichtsgründen nicht möglich war. Es ging also nur darum den eigenen Körper mehrere Monate auf “Sparflamme” in Betrieb zu halten. Als Energielieferant habe ich teilweise auch Schokolade genutzt, ein nicht zu unterschätzender Begleiter… 

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Eine Tagesration…

Selbst simple Dinge wie kochen wurden zu einer Herausforderung, denn aufgrund von Schneemangel war Wasser nur in einem winzigen Rinnsal vorhanden. Dann lernt man simple Plastikbeutel zu schätzen, denn ohne diese hätte ich das Wasser kaum auffangen können. Gegenüber Schnee hatte dies aber den Vorteil, das ich wesentlich wesentlich weniger Brennstoff benötigte. Auch das Entzünden des Kochers gestaltete sich aufgrund der Höhe und der Kälte als teilweise sehr schwierig. Den Brennstoffbedarf hatte ich übrigens, wie alles andere auch, “Pi mal Daumen” abgeschätzt. Das kann natürlich auch ins Auge gehen, denn man kann nicht “mal eben” Nachschub organisieren. 

Als Wasserversorgung diente ein winziger Rinnsal
Als Wasserversorgung diente ein winziger Rinnsal

Man könnte denken das es langweilig werden müsste, über Wochen alleine in einem Tal oder besser gesagt im “Nichts” zu hocken, aber dem ist nicht so – ganz im Gegenteil – es waren unglaublich spannende Monate. Ich habe täglich alle erreichbaren Gebiete rund um mein Camp nach Spuren der Katzen abgesucht und dabei viele anstrengende Kilometer mit schwerer Ausrüstung zurückgelegt, alles in der Hoffnung den “König des Himalaja” vor die Linse zu bekommen….

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Stundenlanges absuchen der Felswände bestimmte den Tagesablauf

Prinzipiell muss man sagen, dass es ein großer Erfolg ist, überhaupt eine der seltenen Katzen zu finden. Nicht nur das diese extrem selten und scheu sind, für ein ungeübtes Auge ist es nahezu unmöglich die Katzen in den Felswänden zu erspähen. Es ist ein unglaubliches Glücksgefühl wenn es nach all den Anstrengungen dann zu einer Begegnung kommt. Und ich hatte dieses unglaubliche Glück, ich durfte gleich eine ganze Familie von Schneeleoparden mit 4 ( VIER ! ) Mitgliedern beobachten. Ein unvergesslicher und atemberaubender Anblick, der mich für die unglaublichen Anstrengungen mehr als entschädigt hat.

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Die Königin des Himalaja hält Hof
Schneeleopard
Wer hat hier wen zuerst gesehen ?
Schneeleopard
Es ist unmöglich den Schneeleoparden zu entgehen

Bald werde ich noch einmal alleine für mehrere Monate in die Region aufbrechen und dann vielleicht auch einen kleinen Film drehen…