Vietnam – Saigon – Der Briefeschreiber von Saigon

Nun habe ich Ihn doch noch getroffen, den Briefeschreiber von Saigon. Mit Stolz erzählte mir Herr Ngo an seinem Arbeitsplatz im Postamt von Saigon, das er schon im deutschen Fernsehen war und kramte sogleich den Bericht einer deutschen Zeitung heraus. Herr Ngo spricht übrigens Englisch und Französisch, er übersetzt alle möglichen Dokumente und schreibt auch Liebesbriefe.

Einfach nur Beeindruckend der fast 90 Jahre alte Herr, toll das ich Ihn noch treffen durfte.

 

Vietnam – Da Nang – Der red-shanked douc

Da Nang die viertgrößte Stadt Vietnams boomt, die Grundstückspreise steigen stark und das hat seinen Grund. Im Verhältnis zu Saigon ist es hier weit weniger hektisch, die Durchschnittstemperatur liegt bei 25°C und der Ozean mit kilometerlangen Stränden lädt zum verweilen ein.

© Do Thi Thu Tra

Am Strand lässt sich morgens ein toller Sonnenaufgang beobachten, wenn es denn nicht wolkig und neblig ist wie bei meinem Aufenthalt.

Früh morgens kommen die Fischer in ihren typischen Booten an Land, um ihren Fang an den Mann oder die Frau zu bringen, frischer kann man ihn nicht bekommen.

© Do Thi Thu Tra

Auch die Linh Ung Pagoda ist immer einen Besuch wert, nicht nur die riesigen Bonsais und die riesige Buddha Statue sind sehenswert, die gesamte Anlage ist einfach großartig.

Aber natürlich bin ich nicht zum Sightseeing angereist, sondern wegen des bedrohten Red Shanked Doug [Pygathrix nemaeus] oder auch rotschenkliger Kleideraffe. Gute Fotos von diesem wunderschönen Primaten zu machen gestaltet sich nicht einfach, denn der Son Tra Mountain ist nicht nur ziemlich groß, sondern auch ein nahezu undurchdringlicher Dschungel. Zum Glück haben die bunten Familien-Clans ihre Lieblingsplätze und ihre Lieblingsspeisen, hat man diese einmal gefunden sind die Chancen auf Fotos deutlich größer. Allerdings erzählten mir die einheimischen Fotografen, die im Gegensatz zu mir täglich am Berg unterwegs sein können, das sie Jahre für gutes Material benötigt hätten. Auch mir sind in der kurzen Zeit keine erstklassigen Fotos gelungen, aber das ist ansporn noch einmal hierher zurückzukommen und es erneut zu versuchen.

© Do Thi Thu Tra

© Do Thi Thu Tra

© Do Thi Thu Tra

 

In einigen Tagen folgt ein Bericht aus dem Cát Tiên Nationalpark

Vietnam – Buôn Ma Thuột – Das Kaffeparadies

Damit die Tour nicht nur aus der anstrengenden Suche nach wilden Tieren besteht, habe ich einen kleinen Zwischenstopp auf einer Kaffeeplantage im zentralen Hochland gemacht, um zu erfahren wie der Kaffeeanbau aussieht und wie die Menschen davon leben.

Wer einmal eine Kaffeeplantage besucht und den harten und schlecht bezahlten Alltag der Kaffeebauern erlebt hat, der sieht das Getränk ganz sicher mit anderen Augen. Der kleine Familienbetrieb den ich mir angeschaut habe produziert neben Kaffee auch noch Pfeffer, Tee, Erdnüsse, Kautschuk und diverse Früchte um genügend Einkommen zu generieren.

In der Region wird fast ausschließlich die Sorte Robusta angebaut, da der Boden hier ideal für diese ist. Robusta Kaffee hat einen höheren Koffeingehalt als Arabica und die Pflanzen sind auch widerstandsfähiger. Der Kaffee wird hier übrigens meist aus kleinen Gläsern kalt mit Eisstücken getrunken. Die Farm die ich besucht habe ist etwa 10.000 qm groß und liefert etwa 6 Tonnen Ertrag im Jahr.

Fast alles hier ist Handarbeit und wie so eine Kaffeepflanze in die Erde kommt, das weiß ich jetzt auch. Da wurde mir kurzerhand eine Schaufel in die Hand gedrückt und wenigen Minuten später hatte ich meine erste Robusta in die Erde gepflanzt, ganz schön schweißtreibend bei über 35° in der Sonne. Hier wird keineswegs nur einfach ein Loch gemacht, es gilt zu beachten das ein entsprechendes Gefällte um die Pflanze ensteht so das die Pflanze nicht “ertrinkt” wenn es mal wieder heftig regnet. Zum Schluss wird der Boden um die Pflanze noch mit Zweigen belegt damit er nicht zu schnell austrocknet.

© Do Thi Thu Tra
© Do Thi Thu Tra

© Do Thi Thu Tra

Mit großem Aufwand wird in Buon Ma Thuot auch Forschung für die Ertragssteigerung betrieben. Dazu werden die Robusta Pflanzen in Handarbeit gekreuzt. Die Pflanzen werden dazu abgeschnitten eingekerbt und dann verbunden.

 

Im nächsten Bericht werde ich aus Da Nang und von der Suche nach den Rotschenkligen Kleideraffen auf Sơn Trà berichten.

Vietnam – Yok Đôn – Der Dschungel ruft

Die erste Location die ich mir angeschaut habe ist der Yok Đôn Nationalpark. Um diese Jahreszeit sind im Park meist nur wenige Touristen unterwegs, oder wie in meinem Fall sogar gar keine. Der Park beherbergt mehr als 40 Arten von Säugetieren darunter den seltenen asiatischen Elefant, die Fischkatze und auch den Nebelparder außerdem mehr als 200 Vogelarten und atemberaubende 85 Schmetterlingsarten. Leider hat Yok Đôn massiv mit illegaler Rodung und auch mit Wilderei zu kämpfen. Die Ranger sind alle an der Waffe ausgebildet, führen diese aber nicht standardmäßig mit sich. Absolutes MUSS bei solchen Touren sind übrigens halbhohe Wanderschuhe und lange Kleidung, denn es gibt hier eine große Anzahl an verschiedenen Giftschlangen, recht giftige Ameisen und zudem gefühlt einhundert Trillionen Mosquitos, die unter anderem auch Malaria übertragen. Und letztere interessieren sich offenbar besonders für deutsches Blut…

Der Wald ist teilweise sehr dicht und mit den Augen schwer zu durchdringen. Die Tiere außerhalb der erlaubten Bereiche sind extrem scheu, denn sie bekommen kaum Menschen zu Gesicht. Das sind Bedingungen wie ich sie liebe, echte Herausforderungen eben.
Für eine erste Einschätzung der Gegebenheiten habe ich zwei der Ranger Stationen als Ausgangspunkte genutzt. Wie alle Menschen denen ich bisher im Land begegnet bin, sind die Ranger sehr freundlich und lustig auch wenn es noch keine gemeinsame Sprache gibt, denn sie sprechen kein Englisch und ich noch kein Vietnamesisch. Das Leben hier ist sehr einfach aber auch grandios wenn man die Natur betrachtet. Damit es den Rangern in Ihrer freien Zeit nicht langweilig wird, sind alle Stationen mit Solarstrom und z.B. Satellitenfernsehen ausgerüstet, riesige Wassertanks fangen das Regenwasser auf.

Gegessen wird hier was der Dschungel hergibt. Fisch, Pflanzen, Früchte und auch Fleisch allerdings keine wilden Tiere kommen auf den Teller. Eine Suppe aus Dschungelpflanzen hat man nicht alle Tage und wenn diese dann auch noch köstlich schmeckt ist der Tag gerettet

Normalerweise ist das betreten des Waldes ohne Guide nicht erlaubt und das ist für mich ein großer Nachteil, denn so kann ich nicht planen wie ich es gewohnt bin. Aber ich hoffe auf eine Ausnahmegenehmigung bei meinem nächsten Besuch.

Die Bedingungen haben sich als extrem schwierig erwiesen, aber ich glaube das die Chancen für Fotos der seltenen Katzen in der Trockenzeit, wenn nur sehr wenige natürliche Wasserstellen vorhanden sind, sehr gut sein könnten. Daher werde ich noch einmal für einen längeren Aufenthalt zurückkehren.

 

Im nächsten Artikel erzähle ich etwas über meinen Kurzbesuch auf einer Kaffeeplantage in der Region Buon Ma Thuot.

 

 

Vietnam – Saigon

Xin chào! Hier werde ich nun gelegentlich von meiner aktuellen Tour durch Vietnam berichten. Wie immer geht es um Naturfotografie und die schwierige, meist nicht von Erfolg gekrönte Suche nach seltenen wilden Katzen. Die erste Tour in ein für mich neues Land dient immer dem ausloten der Möglichkeiten und der Suche nach erfolgversprechenden Locations, die ich dann auf einer weiteren Reise nutze um zum Erfolg zu kommen.

Ausgangspunkt der Tour ist Saigon, welches man im Direktflug von Frankfurt in etwa 11 Stunden erreichen kann. Eine quirlige Stadt die scheinbar nie schläft. Es war unmöglich das Gewusel in den ersten beiden Tagen zu verstehen. Man benötigt z.B. einen Bus und schon steht man als “Neuling” vor dem ersten kleinen Problem. Die Haltestellen kann man zwar mit etwas Glück ausmachen, aber man fragt sich sogleichwann kommt denn nun der Bus?” Den Luxus eines aushängenden Fahrplans wie wir Europäer ihn gewohnt sind, nein, den gibt es hier so nicht. Und hat man einen der teilweise doch etwas in die Jahre gekommenen Busse erwischt, geht es sogleich in ein meist etwas längeres Abenteuer in den Stadtverkehr. Regeln scheinen nicht wirklich zu existieren. Hier gilt, jeder fährt wie und wo er will, aber alle passen irgendwie auf die anderen auf. Gerade als Fußgänger scheint mir Saigon nicht ganz ungefährlich zu sein, man muss seine Augen überall haben um die von allen Seiten herannahenden Motorroller zu erfassen. Das Überqueren einer größeren Straße zu den Stoßzeiten gleicht einer Mutprobe. Ach ja, Ampeln gibt es natürlich hier und da auch, nur sind die den Abertausenden Rollerfahrern herzlich egal. Die Luft in der Stadt ist übrigens so schlecht, das sich viele nur mit Schutzmaske nach draußen begeben.


In den wenigen ersten Tagen die mir in Saigon zur Verfügung standen, habe ich mich entschieden nur einige wenige Highlights anzuschauen. Dazu gehörte auch das Wasserpuppen-Theater “Múa Rối Nước“. Einfach nur großartig was die Studenten und Künstler dort vorführen.


Weitere Informationen findet man auch auf Wikipedia

Auch der Ben Thanh Market ist einen Besuch wert. Hier gibt es nahezu alles was man benötigt, wildes Gewusel und schlechte Luft inklusive. Wer sich in Vietnam nicht sicher ist ob er etwas kaufen möchte, sollte seinen Einkaufsbummel übrigens besser nicht am frühen Morgen beginnen, kann es doch passieren das man der erste Kunde in einem Laden ist und wenn dieser nichts einkauft bedeutet das für den Besitzer Unglück.

Den berühmten Briefschreiber Duong Van Ngo findet man im Hauptpostamt. Der über 80 Jahre alte Herr schreibt seit Jahrzehnten Briefe für seine Kundschaft. Jetzt tritt er ein wenig kürzer und ist nicht mehr so oft an seinem Arbeitsplatz zu finden, aber an den längst verdienten Ruhestand denkt er offenbar noch nicht. Leider war er bei meinem ersten Besuch nicht anwesend, aber ich werde ihn sicher noch treffen und die Fotos hier posten

Auch eine kleine Fahrt mit der Fähre über den Saigon kann ganz interessant sein, um die wachsende Skyline der Stadt anzuschauen. 

 

Im nächsten Bericht werde ich über meinen ersten Aufenthalt in der Wildnis erzählen, es lohnt sich also wieder hier hereinzuschauen.